Therapeutensuche … oder: Die Nadel im Heuhaufen

Irgendwie ist es merkwürdig. Nachdem ich seit Februar ´13 auf der Suche nach einem Psychotherapeuten bin – meine Ärztin hatte mir zu einem Tiefenpsychologen geraten – und dann schon fast verzweifelt bin … Zum einen ist es schon schwer, überhaupt mal einen ans Telefon zu bekommen. Telefonische Sprechzeiten haben die (gefühlt) nur an jedem Montag zwischen 7:23 und 7:41 Uhr – aber nur, wenn am Samstag vorher Vollmond war.

Nein, im Ernst: Natürlich haben die meisten einen Anrufbeantworter, der schon sagt, wann sie denn erreichbar sind. Zumindest in der Theorie. Das es MAL nicht klappen kann, kann natürlich vorkommen. Aber es gibt welche, da ist es mir in den vergangenen 4 Monaten tatsächlich nicht gelungen, sie denn zumindest mal zu sprechen. Und wenn man dann so gerne telefoniert wie ich, ist das natürlich besonders toll.

Zum Glück gibt es ja auch noch E-Mails – da bekommt man zwar auch nicht überall eine Antwort – aber zumindest sollten die am Empfänger ankommen.

Wenn man denn auf der Suche nach einem Psychotherapeuten ist, macht man das ja auch nicht aus langeweile – sondern weil man ein akutes Problem hat. Zumindest ist das bei mir so – und bei den Menschen, mit denen ich Kontakt habe.

Aber leider sind Antworten wie diese normal:

– Eigentlich wollte ich vor 3 Jahren schon in den Ruhestand, aber ich kann meine Patienten nicht im Stich lassen ….

– Also, ich tu sie mal auf die Warteliste. in ca. einem Jahr ist bestimmt ein Platz frei.

– Ich wollte ja eigentlich schon weniger machen, aber die Patienten rennen mir die Bude ein …

– Ich habe leider nur eine halbe Kassenzulassung – und mein Kontingent ist erschöpft.

– Ja, ich habe da eine laaaaange Warteliste …. Melden sie sich doch noch mal ende des Jahres …

Ich hatte ein Vorgespräch sogar recht zackig bekommen, da war ich noch in der Klinik. Natürlich ist so etwas notwendig – wenn man jemandem alles Erzählen soll – angefangen bei dem, der einem in der Sandkiste immer die Schaufel weggenommen hat bis hin zu was-weiss-ich-nicht-alles – muss da schon ein gewisser Grad an Sympathie vorhanden sein, Aber das Gespräch werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits 7 Wochen in der Psychosomatischen Klinik. Und als ich aus dem Gespräch wieder herausging fühlte ich mich wie vor der Einweisung. Das Gespräch war zwar nicht unbedingt schlecht – und die Therapeutin war mir auch nicht unsympathisch. Aber bei den Ansprüchen, die sie anscheinend an ihre Patienten stellte, habe ich mich plötzlich recht klein und unbedeutend gefühlt. Ob es nun an mir lag, oder sie zu hohe Ansprüche an ihre Patienten stellt – keine Ahnung. Aber als ich wieder draussen vor der Tür stand, habe ich mich gefragt, wofür ich denn noch einen Therapeuten brauchen würde, wenn ich denn alle ihre Erwartungen erfüllen würde.

Nachdem ich dann Seite für Seite meine Liste abarbeitete, sind dann auch meine Ansprüche gesunken. Der Umkreis wurde weiter und weiter … und irgendwann war es dann auch egal, was für ein Therapeut das nun war – ich war schon froh, wenn da etwas von Psychotherapie auf der Klingel steht.

Dann bin ich zufällig bei einer Tiefenpsychologin reingerutscht. Die Gespräche sind durchaus angenehm, allerdings nicht immer einfach. Und nun habe ich – sehr spontan – noch einen Termin bei einer Verhaltenstherapeutin bekommen. Da bin ich sehr gespannt drauf.

Die Tiefenpsychologie kümmert sich um die Wurzeln von Psychischen Problemen und ist eher langwierig angelegt. Meine Schwester hatte da ein paar Erfahrungen mit – und hat mir dringend davon abgeraten. Eine Freundin hatte eine solche Therapie abgelehnt – da sie JETZT Probleme bewältigen muss. Und nicht erst in mehreren Monaten – oder möglicherweise sogar Jahren.

Verhaltenstherapeuten hingegen kümmern sich eher um die Probleme, die man in bestimmten Situationen hat – und erarbeiten dann mit dem Patienten Lösungsstrategien, wie man diese Situationen bewältigen kann.

Einen kleinen Einblick in die Tiefenpsychologische Therapie habe ich nun schon bekommen – nun bin ich sehr gespannt auf die Verhaltenstherapie.

Und viel schwieriger wird es dann, sich auch noch zu entscheiden. Ich kann mich momentan gerade nicht einmal entscheiden, ob ich jetzt Toast oder Brötchen zum Frühstück möchte ….

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