Schlafen? Selbstverständlich ….

Es gibt im Leben viele Sachen, die sind so selbstverständlich, das wir sie schon gar nicht mehr wahrnehmen. Atmen zum Beispiel. Das ist ein Reflex – man muss garnix tun – und trotzdem Atmet man. Man kann das natürlich auch Achtsam machen, aber das ist trotzdem so banal, das die wenigsten sich darüber für gewöhnlich Gedanken machen. Das Luft was tolles ist, merkt man spätestens, wenn man beim Tauchen plötzlich keine mehr bekommt. Das ist mir einmal passiert – und das war keine schöne Erfahrung.
 
Schlafen ist eine andere Banalität. Das gehört zu den Sachen, von denen viele sich nur so viel gönnen, wie unbedingt nötig ist. Früher fand ich das toll, das ich wenig Schlaf brauchte. 3 oder 4 Stunden Schlaf pro Nacht? Ja, das ging ne Weile. Der Zustand nach dem Aufwachen/Wecker klingeln/Presslufthammer/“was auch immer Notwendig ist“ war zwar Zombie-Ähnlich – aber egal. Schlafen war die unproduktive Zeit, die einen davon abgehalten hat, andere wichtige Sachen zu tun. Lesen, Filme schauen, Zocken, Party machen …. was auch immer. Schon ärgerlich, das der gewöhnliche Tag bloß 24 Stunden hat, oder? Ausschlafen? Das konnte man dann mal am Wochenende tun. Schlafen bis mittags, weil man bis in die späte Nacht/frühen Morgen gelesen hat, oder am Rechner übernachtet hat. Zitat: „Wie spät ist das eigentlich?“ „Keine Ahnung, aber die Sonne geht schon wieder auf.“
 
Irgendwann brauchte ich auch keinen Wecker mehr. Ich war Standardmäßig um 5 Uhr wach. Egal, wann ich die Augen zugemacht hatte. Wenn die Nacht ZU kurz war, bin ich eben am Nachmittag wieder eingeschlafen. So hätte es dann auch ewig weitergehen können. Der Geist ist eben stärker als der olle Körper. Das ich dann irgendwann auch nicht mehr länger schlafen konnte – das war eben so.
 
„Man kann seine körperlichen Bedürfnisse ignorieren. Aber irgendwann zeigt einen der Körper, das es so nicht geht. Am Anfang noch subtil, aber irgendwann wird es Ernst werden.“ Frau Dr. B. (ehemalige Betriebsärztin, leider nicht wortwörtlich – aber Sinngemäß).
 
Irgendwann kam die Zeit, da ich noch nicht einmal die 4-5 Stunden schlafen konnte. Ich konnte kaum noch liegen. Sitzen auch nicht. Ich hätte nie gedacht, wie verzweifelt man sein kann, wenn nach 18 Stunden stehen bzw. gehen die Beine nicht mehr wollen. Aber man sich wegen der Schmerzen nicht mal eben hinsetzen oder -legen kann. Die Zeit war schlimm – da gab es genug Nächte, in denen ich gar nicht geschlafen habe. Nachdem ich irgendwann halbwegs zum Doc geprügelt wurde, stand die Diagnose recht schnell fest: Bandscheibenvorfall in der Lenden-Wirbelsäule L5/S1. Der Wurde dann auch irgendwann operiert, und danach ging es wieder – für eine kurze Weile.
 
Dann kam meine Depression richtig durch – und meine Schlafzeit in der Nacht bewegte sich wieder um die 2-3 Stunden. dank Medikamente habe ich das mittlerweile zwar halbwegs im Griff – und komme dann irgendwo zwischen 5 und 7 Stunden halbwegs hin. Ich versuche es auch zwischendurch ohne Medikamente – aber dann bin ich hundemüde und kann trotzdem lange nicht einschlafen. und ich bin nach ~3 Stunden  wieder wach. Hundemüde, aber an weiterschlafen ist trotzdem nicht zu denken. Das kommt dann im laufe des Vormittags … ob ich will oder nicht.
 
Also lohnt es sich, auf seinen Körper zu hören. Letzten Endes ist er doch stärker.
 
„Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.“
 
 
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