Regeln des Depressivseins

Beim Fussball hat D-Land schliesslich auch (gefühlte) 80 Mio Bundestrainer … Und für gute Ratschläge ist sich schliesslich kaum jemand zu schade …

erzaehlmirnix

– Depressionen müssen begründet und gerechtfertigt werden – vor jedem, der fragt. Traurig war schließlich jeder schonmal, also begründe gefälligst, warum das bei dir jetzt eine Krankheit sein soll

– lächeln in Gesellschaft bedeutet, dass du gar nicht wirklich depressiv bist, schließlich hast du gelächeltund bist somit fröhlich – Es ist wichtig den Erwartungen der Außenwelt an einen Depressiven zu entsprechen

– traurig sein in Gesellschaft bedeutet, dass du nur Aufmerksamkeit willst und du gar nicht wirklich depressiv bis

– entschuldige dich für deine Depression, schließlich geht es den armen Kindern in Afrika viel schlechter, und die sind ja trotzdem nicht depressiv, wie jeder weiß

– zeige dich dankbar für gute Ratschläge qualifizierter Laien, die dir erklären, wie du mit Willenskraft umgehend gesund wirst – betrachte es als persönliches Versagen, dass „den Arsch hoch kriegen und an die frische Luft gehen“ dich nicht sofort gesund macht

– verzichte auf jegliche…

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6 Gedanken zu “Regeln des Depressivseins

  1. Die „guten Ratschläge“ von 1000 anderen stören mich viel (viel!) weniger als die Vorwürfe, die ich mir selbst mache…

    • Das zu verallgemeinern ist schwer – aber wer ohnehin schon ein angeschlagenes Selbstwert-Gefühl hat, dem tut es nicht gut, wenn aus allen möglichen Richtungen die Klassiker wie „Stell dich net so an“, „Ist doch net so schlimm“, „Musst dich nur richtig anstrengen“ u.v.m. kommen. Und wenn es nur lange genug so geht – irgendwann glaubt man das. Folge: Man macht sich das ganze noch schwerer, als es ohnehin schon ist … :/

  2. Die Durchhalteparolen der anderen sind auf Dauer schon was ätzendes. Ich bin froh, dass mein Umfeld mittlerweile so entgegenkommend ist, dass sie das lassen. Zumal die engsten Freunde eh verdammt verständnisvoll waren, als ich offen damit umgehen konnte, das hat es mir leichter gemacht. Mittlerweile genieße ich die Gespräche, in den jeder einfach nur von sich erzählt und wir das aus den Gesprächen mitnehmen können, was für uns wichtig ist. Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass viele es wirklich nur „gut meinen“ und es einfach nicht besser wissen und können.

    • Jupp, das geht mir ähnlich. Die Leute, die es nicht besser wissen und Verständnis zeigen sind Gold wert. Aber die Gespräche mit den ehemaligen. „Mitinsassen“ möchte ich auch nicht mehr missen – weil es auch wieder etwas Motivation gibt, zu sehen das die anderen auch ihre Fortschritte machen. 🙂

  3. Die Kunst ist es doch, sich mit den Menschen zu umgeben, die einem gut tun. Sortieren gehört dann zwangsläufig dazu und ich kann mich von „Mitinsassen“ auch nicht freisprechen. Jeder geht seinen Weg, aber wir profitieren noch immer von unseren Gesprächen und (mittlerweile unregelmäßigen) Treffen. Auf der anderen Seite setze ich mich aber auch gezielt mit der Öffentlichkeit auseinander, damit die Vorteile nach und nach schwinden. 🙂

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