Herzenssachen … ?

Die Stimmung ist gerade nicht die beste … und ich weiss noch nicht einmal genau, warum eigentlich. Obwohl – Das ist so auch nicht ganz richtig. Jede Münze hat nun einmal mehr als nur eine Seite, genau wie auch die meisten Sachen bei genauerer Betrachtung nicht nur Schwarz oder Weiss sind.
Also etwas genauer: Ich habe beim Sport eine kennengelernt, mit der ich mich gut verstehe (zumindest habe ich den Eindruck) und bei der ich auch nichts dagegen hätte, sie besser kennenzulernen – auch, wenn wir abseits des Sports bisher eher wenig Kontakt hatten. Tatsächlich geht sie mir seit einer Weile nicht mehr aus dem Kopp. Ihre Blicke, Ihr Lächeln, Ihr hinreissender Akzent … Ihr kennt das. Hoffe ich zumindest. 🙂
Leider geht sie nun für eine Weile ins Ausland – insofern werde ich sie nun bis auf weiteres nicht sehen. Die ganze Woche habe ich schon darüber gegrübelt, was ich ihr zum Abschied wohl sagen möchte. Und wieder verworfen … und weitergegrübelt. Zu langweilig … Zu vertraut – so gut kennen wir uns nun auch nicht … Zu dämlich … Oh, Kekse … und so weiter. Idealisierung?
Beim Training hatten wir nicht wirklich Zeit, mehr als ein paar Worte zu wechseln und danach war der Andrang dann recht gross – und in Gruppen traue ich mich nicht aus dem Hintergrund. Enttäuschung? Angst?
Hinterher war sie dann tratschend rausgegangen und hatte mich dann auch nicht mehr bemerkt. „Also dann eben nicht!“ dachte ich
mir und hatte mir dann erstmal eine (nötige) Dusche gegönnt. Trotz?
Auf dem Heimweg hatte ich genug Zeit, mir erst einmal eine grosszügige Dosis Heavy Metal (an dieser Stelle ein dickes „Danke!“ an Eisbrecher und Jason Newsted) zu gönnen, um bloss nicht den Gedanken zuhören zu müssen. Aber die Rübe lässt sich natürlich nicht ausschalten – insofern tauchte der Gedanke „Sie hat mich einfach ignoriert!“ des Öfteren auf. Selber ignorierend, das sie mich nach dem Training nicht gesehen hat. Ärger?
Endlich zu Hause angekommen gebe ich meinem knurrenden Magen was zu tun, werfe meinen Körper auf die Couch und Zappe lustlos von einem Film zum anderen – ohne wirklich was wahrzunehmen. Schließlich gehe ich zu der einzigen Maßnahme über, die ich kenne, um die Rübe endlich zum schweigen zu bringen – ich schließe die Augen und hoffe, bald einzuschlafen. Ignoranz?
Nach einer nicht wirklich erholsamen Nacht versuche ich hier gerade, meine Gedanken zu ordnen. Mit massiver Hilfe von Kaffee und Zigaretten. Und versuche mich – endlich mal? – in Objektivität:
Idealisierung? An irgendetwas, dessen Resultat unbekannt ist, mit allzu großen Erwartungen heranzugehen ist vermutlich nicht das intelligenteste – und zieht einen ganzen Rattenschwanz an automatischen Gedanken nach sich. Also besser … was? Spontan sein? Unvoreingenommen? Neugierig, was kommen mag – Was auch immer das sein wird? Vermutlich dürfte der Aufschlag auf dem harten Boden der Tatsachen nicht ganz so hart werden.
Enttäuschung / Angst? Weil alle anderen sich vordrängeln – und ich nicht wahrgenommen werde? Oder eher, weil ich mich nicht in der Lage fühle, mich bei Notwendigkeit in den Vordergrund zu stellen? Meine Interessen zu vertreten; zu tun, was ich mir vorgenommen hatte? Weil ich übers Ziel hinausschießen, falsch verstanden oder mich lächerlich machen könnte? No Risk, No Fun?
Trotz? Der aufkeimende Ärger (über meine Angst, alle anderen und überhaupt) muss irgendwie im Zaum gehalten werden. Also bin ich eben bockig. Keiner Beachtet mich – Der nächste bitte.
Ärger? Auch die schönste Trotzphase endet irgendwann – und dann kommt der Ärger doch durch. Erst unfair zu den anderen (Die ignorieren mich) und dann unfair zu sich selbst (Tja, Versager! Hast die Klappe wieder nicht aufbekommen!). Aufmuntern geht anders – vor allem, wenn man dann gerade durch einen düsteren Park im Regen Richtung Bahn stapft. Aber immerhin passt das Wetter mal. Wenn schon nicht zur Jahreszeit, dann zumindest zur Stimmung.
Ignoranz? Um sich nicht von Tatsachen verwirren zu lassen, ist Ignoranz ganz hilfreich. Um solche Phasen kurz zu halten – oder sie sogar zu überspringen – leider weniger. Schlaf ist vielleicht eine gute Waffe gegen die Realität – aber rund um die Uhr schlafen geht nicht. Also muss man sich der Realität doch stellen. Lieber früher als später. Tatsächlich tipper ich schon seit um 5:00 an dem Text. Und bin immer noch dabei, meine Gedanken ständig neu zu sortieren, während ich das hier schreibe.
Nebenbei bleibt das Leben ja auch nicht stehen. Freunde hatten gefragt, ob ich übers Wochenende zu denen komme. Eine andere Freundin wartet noch auf Nachricht von mir. Bei einer weiteren müsste ich mich auch wieder melden. Eine Blogger-Freundin liegt seit gestern im Krankenhaus. Ausserdem muss ich meinen Keller umräumen. Wäsche muss ich wegsortieren, dann hätte ich zumindest mal die Chance, im Bett zu schlafen. Dabei möchte ich gerade am liebsten einfach nur die Ohren auf Durchzug stellen, den Kopf ausschalten und die Schmusedecke über den Kopp ziehen.
Aber ich werde meinen Kaffee austrinken, zum Bäcker gehen und Frühstücken. Und anschließend eine Mail schreiben, in der sinngemäß stehen wird: Gute Reise, Komm heil wieder – und würde mich freuen, wenn du mal von dir hören lässt. Nichts anderes wollte ich gestern auch sagen.
Vermutlich wäre es einfacher gewesen, ich hätte es einfach getan.
Wenn es nicht so schwer wäre.
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4 Gedanken zu “Herzenssachen … ?

  1. Und, Mail geschrieben? 🙂 Drücke dir die Daumen, dass du noch eine Chance bekommst. Es ist immer sooo doof, wenn man sich selbst im Weg steht und dann nicht mehr aus dem Grübeln heraus kommt, ich kenne das….

    • Huhu Amy,
      Erstmal Danke für die lieben Worte … Und ja – jetzt habe ich die Mail abgeschickt. Und jetzt geht es mir – zumindest etwas – besser 🙂

  2. Pingback: Nächtliche Gedanken-Fetzen | Mark Ohhh's Blog

  3. Pingback: Diet ´n Datt – 20. März 2014 | Mark Ohhh's Blog

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