Das war 2015 …

Morgens, 6:00 irgendwo in D-Land.

Der letzte Tag des Jahres hat gerade angefangen.
Der Kaffee steht dampfend neben dem Rechner, auf dem der Cursor erwartungsvoll blinkt.
Vermutlich die ideale Zeit, um zu überlegen, was das vergangene Jahr so gebracht hat. Oder zumindest die letzte Gelegenheit, bevor das neue Jahr mit neuen Arschkarten wartet.
2015. Ein Jahr irgendwo zwischen Stillstand und Rückschritt. Allerdings auch mit ein paar wenigen, kleinen Fortschritten. Und Erkenntnissen. Ich weiß zwar immer noch nicht, wo sich das mal hin entwickelt – aber zumindest habe ich eine grobe Idee, was die Richtung betrifft. Aber gleichzeitig die Angst, die Hürden nicht überwinden zu können (oder zu wollen), die davor stehen.
Es ist eher unrealistisch, heute noch aufholen zu wollen, was ich das ganze Jahr über vermieden habe – nämlich mich mit mir zu beschäftigen; Mehr zu agieren, statt nur zu reagieren. Aber zumindest ein paar Splitter will ich dennoch verstreuen. Ansonsten klingt das, was ich dieses Jahr – insbesondere in den letzten 3 Monaten – so für mich gelernt habe, zu … Blauäugig? Zynisch? Egal.
Also mal das Jahr 2015 – von A-Z.

Arbeit

Wohl das nervigste, was ich (auch) dieses Jahr über mich ergehen lassen musste. Ich bin weiterhin auf einem Hilfskraft-Job „ausgeliehen“ und habe das zweifelhafte Vergnügen, mit 12 Leuten „zusammenarbeiten“ zu dürfen, von denen 2 oder 3 sogar eine Arbeitsauffassung vertreten, die ich respektieren kann. Der Rest schwankt recht flexibel irgendwo zwischen Kleingärtner-Mentalität, Spießbürger, Volldepp und Mir-doch-egal. Mir ist dort mittlerweile auch vieles egal, aber das ich vor mittlerweile 588 Tagen so hilfsbereit war, für „ein oder zwei Monate“ aushilfsweise in eine andere Abteilung zu gehen ärgert mich nicht. Aber das ich Naiv genug war zu glauben, das wäre auch so gemeint gewesen ärgert mich massiv. Um es kurz zu machen: Behandelt werde ich wie ein Leiharbeiter. Ohne, das ich auch nur IRGENDEINEN Vorteil dadurch habe. Dafür in so ziemlich jeder Beziehung Rückschritte machen darf. Allerhöchste Zeit, meine Loyalitäten zu überdenken.

Blabla

Ich war ja einmal ein Nachrichten-Junkie. Mittlerweile tu ich mir das nicht mehr an. Objektive Berichterstattung ist offenbar nicht mehr gefragt. Dann konzentriere ich mich lieber auf Sachen, die für mich wichtig sind – und nicht, was andere meinen, was man unbedingt wissen muss.

Couch

Noch nicht einmal ein Jahr da, aber die wird wieder gehen müssen. Sitzen tu ich ohnehin nicht drauf – und zum liegen habe ich mein Bett. Ich finde ein schönes Kissen auf dem Boden ohnehin viel gemütlicher.

Dreadlocks

Seit nunmehr fast einem Jahr trage ich meine Dreadlocks. Mittlerweile sind die sogar schon fast so lang, das sie sich zusammenbinden lassen. Entstanden eher durch einen „Unfall“ – meine Dread-Fee wollte mir eigentlich nur ein paar zum schauen machen, aber wo wir dabei waren und schön am klönen waren wurden es immer mehr – möchte ich sie nicht mehr missen. Für mich sind sie mein Zeichen, das nur tote Fische mit dem Strom schwimmen. Und dank denen habe ich mittlerweile einige tolle und inspirierende Menschen kennengelernt. Verrückt? Vielleicht – aber das ist mir herzlich egal.

Energie

Etwas, was leider zu oft fehlt. Zu oft, das die Lethargie die Oberhand behält. Aber es gibt zum Glück auch andere Phasen.

Freunde

Ein paar wenige Menschen, die in diesem Jahr ganz sicher nicht die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie verdienen.

Glück

Sand unter den Füßen. Die Sterne über mir. Musik. Lagerfeuer. Liebe Menschen. Zum Beispiel.

Hippie?

Hippie oder Freigeist? Mir egal – ich muss .. nein, ich MÖCHTE keine oberflächlichen Menschen beeindrucken die mir völlig egal sind. Meine Sympathien suche ich mir selber aus.

Inspiration

Ich hatte im Frühjahr das Glück, zwei Fotografinnen kennenzulernen die gerade ein Jahr durch Asien getourt sind. Nur mit Kamera und Rucksack und keinen Plan, wo es als nächstes hingeht. Zwischendurch jobben, um die Reisekasse wieder etwas aufzufüllen und ansonsten nur der Sehnsucht folgen. Danke, Caro und Anni.
Im Sommer habe ich ein paar Menschen kennengelernt, die mir gezeigt haben das es noch Möglichkeiten außerhalb von Mietwohnung und 9to5-Job gibt. Danke, Anna und Rick.
Im Herbst habe ich eine Straßenmusikerin kennengelernt, die in den Semesterferien durch Europa tourt und die den Gedanken, an einem Ort zu bleiben, als zu einengend empfindet. Danke, Maria.
Im Winter habe ich jemanden kennengelernt, die mir bewiesen hat, das es besser ist eine Kerze anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen. Danke, Anni. (Und Konfuzius 🙂 )

Jacobsweg

Ein Projekt, das ich sehr gerne in angriff nehmen möchte. Ganz sicher nicht mehr dieses Jahr, vielleicht auch nicht im nächsten – aber der Gedanke an eine (mehr oder weniger) längere Auszeit lässt mich nicht mehr los. Ich bin dann mal weg? Vielleicht ganz sicher. Aber dafür wird es dann einen anderen Blog geben. Zumindest teilweise.

Kaffee

Beim schreiben dieses Artikels sind unzählige Kaffee-Bohnen zu schaden gekommen. Sie wurden grausam zermahlen und mit kochendem Wasser übergossen. Außerdem noch verdammt viele Tabak-Blätter, die lebendig verbrannt wurden. (Das war der letzte Punkt, den ich schrieb – Mir ist einfach nix mehr eingefallen. Vergebt mir 😀 )

Liebe

Ich muss mich mit niemandem Streiten. Das ist ja immerhin auch was. Think positive! Aber ich weiß auch nicht, ob ich noch einmal die Enge einer „klassischen“ Beziehung möchte. Mit jemandem jeden gottverdammten Tag zusammen sein und Spielball seiner Launen sein? Zumindest momentan für mich unvorstellbar. Vielleicht sehe ich das zu finster, weil ich mit meiner treu-doofen Art ein paar male zu oft auf die Schnauze geflogen bin – aber so sehen meine Empfindungen momentan aus.

Menschen

… kommen und gehen. Siehe Inspiration. Diejenigen (und auch ein paar andere) durfte ich dieses Jahr kennenlernen. Ein paar andere habe ich aus meinem Umfeld verbannt – und bereut habe ich es auch nicht. Ich investiere meine Energie lieber in Menschen, die einem nicht einfach die Energie stehlen.

Nicht mit mir!

Ich habe es satt. So dermaßen satt. Die Versuche von Menschen, mir meine Illusionen/Visionen/Träume/Perspektiven zerstören zu lassen, die ihr Dasein vor dem TV fristen und der Meinung sind, sie wissen Bescheid. Die Versuche von Kleingeistern, die nicht über ihre Schreibtischkante hinweg denken können, vorschreiben zu lassen was ich zu denken habe. Von einer Gesellschaft, die sich rein über materielle Werte definiert. Von so verdammt vielen … einfach nur satt.

Optimisten

Manchmal glaube ich ja, das ist eine vom aussterben bedrohte Art. Zumindest sind sie zwischen den wesentlich lauteren Pessimisten sehr schwer zu entdecken.

Perspektive

Von außen betrachtet ist die Karriereleiter doch eher ein Hamsterrad – oder? Will ich wirklich immer höher, immer weiter, immer besser, immer mehr?

Quo vadis?

Ich weiss vielleicht nicht, wer ich bin – aber ich weiss, das der Mensch, der ich momentan bin nicht ICH bin.

Realität

„Es gibt keine Fakten. Nur unsere Wahrnehmung davon.“ (Leo Tolstoi)
Also warum immer in ausgetretenen Pfaden wandeln? Ich weiß vielleicht nicht, ob es besser wird, wenn ich meine Realität verändere. Aber damit es besser werden kann muss sich nun einmal was ändern.

Sicherheit

„Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin)
Empfindungsmäßig habe ich weder das eine – noch das andere. Weder fühle ich mich sicher noch frei. Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger habe ich eine Ahnung, wann ich beides abgegeben habe.

Tanzen

Hat leider nicht mehr den Stellenwert, den es noch Anfang des Jahres hatte. Aber vielleicht ändert sich das ja auch wieder.

Urlaub

Wird mal wieder dringend Zeit. Nur über die Form bin ich mir noch nicht im klaren. Am liebsten würde ich meinen Rucksack packen und einfach nur weg…

Veränderung

Wenn man merkt, das man sich im Kreis dreht … Ist es wohl höchste Zeit mal aus der Reihe zu tanzen.

Wusel

Mein Tierchen darf hier natürlich auch nicht fehlen. Ohne die wüsste ich gar nicht, was ich machen würde. Sie schafft es immer wieder, zumindest für kurze Zeit die finsteren Gedanken zu vertreiben. Jetzt momentan streicht sie mir gerade um die Füße. ❤

Xylophon?

Nein, ich spiele lieber auf meiner Querflöte. Oder kloppe etwas auf dem Cajon. Was anderes ist mir dazu nicht eingefallen. 😀

Yoga

Definitiv mehr als bloß Gymnastik, auch wenn das für viele schwer nachvollziehbar ist. Für mich eine tolle Gelegenheit, mit mir allein zu sein. Alles auszublenden, was außerhalb meiner Matte passiert. Nur mein Körper. Und mein Atem. Und mein Ich.

Zukunft

Was die bringt weiß ich nicht – Ich weiss ja noch nicht einmal, was ich heute Abend mache. Aber ich möchte, das sie anders ausschaut als die letzten Jahre! Aber das ist ein Artikel für nächstes Jahr. Oder vielleicht auch ein paar mehr.
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3 Gedanken zu “Das war 2015 …

  1. Seit Tagen quält mich Migräne. Interessante E-Mails habe ich daher im virtuellen Postfach gelassen, um sie mir an gesundheitlich besseren Tagen anzusehen. Heute ist so ein Tag! Dein Rückblick-ABC hat mich bewegt, viele Teilpunkte des (es ist ja fast ein Akrostichon) ABCs kann ich definitiv unterschreiben. In dem Sinn kann ich mir von der gelassenen Perspektive eine Scheibe abschneiden. Wenn ich nur nicht so dermaßen kontrolliert wäre und meistens darauf aus bin, alle Menschen in meinem Umfeld irgendwie zufrieden zu stellen… Alles ist im Fluss und irgendwann kommt der auch bei mir an…

  2. da kann man vieles direkt unterschreiben….. hast du richtig toll geschrieben. Hat mich beeindruckt und inspiriert.

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